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Schwellenraum Venedig:

Wie lässt sich der Charakter dieser Stadt und ihrer Menschen erfassen, wenn scheinbar schon alles gesagt und bereits vielfach abgelichtet wurde? Die Wahrnehmung wird dabei durch eine scheinbar unendliche Anzahl bekannter Bilder, der Werbung oder durch Souvenirs geprägt, denen kaum zu entkommen ist. Im Gegensatz dazu steht das Imaginäre dieser Stadt, das situativ erfahrbar und stets flüchtig ist. Die Stadt schwelgt in morbider Schönheit und scheint doch unheilbar verwickelt zu sein in ihren eigenen Widersprüchen. Um die magische Kraft der Stadt und ihren Charakter als Schwellenraum einzufangen, ist für die Fotografie eine entsprechende Bildsprache nötig. Es ergibt sich dabei die Herausforderung, die Spannung zwischen handfestem Alltag und Fiktion zu erfassen und gleichermaßen individuelle Vorstellungen, Wünsche und Träume in der Stadt zu entfalten. Daher wurde für die Bildgestaltung bei einigen Aufnahmen ein handgeführtes Filterglas als Störelement im Lichtgang verwendet. Vormals eindeutige Konturen verschwimmen und es entstehen lyrische Aufnahmen, die Raum für die eigene Phantasie lassen. Wo beginnt die Illusion - vor oder hinter der Kamera?